Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Zugverhalten von Wiesenweihen und Windeinfluss
14.03.2017

Wiesenweihen sind Langstreckenzieher, die südlich der Sahara überwintern. Ihr Zug ist stark windabhängig. Details wurden bei einer Studie herausgefunden.

Für den Vogelzug über große Distanzen haben sich unterschiedliche Zugstrategien entwickelt. Werden große Strecken besser möglichst schnell zurückgelegt oder sind häufige Zwischenstationen eine günstigere Vorgehensweise? Um herauszufinden inwiefern sich der Ablauf des Zuges der Wiesenweihe räumlich und saisonal sowie bei besonderen Windbedingungen verändert, haben niederländische Wissenschaftler die GPS-Daten besenderter Wiesenweihen ausgewertet.

Die Forscher stellten fest, dass Wiesenweihen ganztägig ziehen, also mitunter bereits zum Sonnenaufgang starten und tägliche Etappen teilweise erst kurz vor Sonnenuntergang beenden. In einigen Fällen wurden die Flüge sogar noch bis in die Dunkelheit fortgesetzt. Durchschnittlich unterbrachen die Vögel ihren Durchzug täglich für 1,5 Stunden – sowohl während des Heim- als auch Wegzuges und in allen durchquerten Regionen. Die GPS-Daten offenbarten dabei zwei verschiedene Verhaltensweisen: während 41% der Unterbrechungen bewegten sich die Vögel weiterhin fort – vermutlich zur Nahrungssuche, in 32% der Fälle blieben die Weihen an einer Stelle – offenbar zur Rast. Die übrigen Unterbrechungen des Durchzugs ließen sich keiner der beiden Verhaltensweisen zuordnen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Wiesenweihen eine Zugstrategie wählen, bei der Durchzug und Nahrungssuche am selben Tag stattfinden. Die Rast der Vögel zeigt aber auch, dass dieses Verhalten nicht immer identisch abläuft. Interessant sind zahlreiche Unterbrechungen während der Überquerung der Sahara. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Region für die ziehenden Greifvögel möglicherweise weniger lebensfeindlich ist als bislang angenommen. Im Vergleich mit Wetterdaten stellte sich heraus, dass die Weihen ihren Zug vor allem an Tagen mit starkem Gegenwind längere Zeit unterbrachen und offenbar auf geeignetere Bedingungen warteten. Die tägliche Variation der Zugunterbrechungen ließ sich weitgehend durch die Windbedingungen erklären. So nutzten die Vögel Tage mit Rückenwind für einen längeren Zug mit weniger Unterbrechungen aus.

 
 
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