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15 Jahre Landkauf für Schreiadler
10.04.2017

Seit 15 Jahren setzt sich die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe für bedrohte wildlebende Arten, wie den Schreiadler, ein.

Berlin – Schreiadler sind die gefährdetsten Greifvögel Deutschlands, nur noch etwa 100 Paare brüten hierzulande. Immer seltener finden die Tiere in der intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft geeignete Brut- und Jagdgebiete. 

Durch den Kauf von Land schützt die NABU-Stiftung etwa die letzten Rückzugsräume von vier Schreiadler-Familien im Unteren Recknitztal. Die naturbelassenen Wälder im Norden Mecklenburg-Vorpommerns bieten den scheuen Greifvögeln gut geschützte Brutplätze, die angrenzenden und wenig genutzten Moorwiesen eine Vielzahl an Beutetieren. Insgesamt 335 Hektar Moorwiesen und Naturwald bewahrt die NABU-Stiftung hier bereits.

In ihrem Jubiläumsjahr will die NABU-Stiftung nun weitere 42 Hektar Grünland im Recknitztal kaufen, um diese in Nahrungsflächen für den Schreiadler zu verwandeln. Um den Flächenkauf im Umfang von 460.000 Euro schultern zu können, wirbt die NABU-Stiftung daher um Spenden für das „Untere Recknitztal“.

Seit ihrer Gründung am 9. April 2002 durch den NABU hat die Stiftung rund 17.550 Hektar Land für die Natur in Deutschland erworben, eine Fläche größer als die Inseln Sylt, Pellworm und Poel zusammen. „In diesen 15 Jahren konnten wir unglaublich viel erreichen – nicht nur für den Schreiadler. Ohne die Unterstützung unserer vielen Naturfreunde hätten wir das nicht geschafft“, so Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung und treibende Kraft bei der Stiftungsgründung.

Für ihre Naturschutzarbeit erhielt die Stiftung inzwischen rund 14 Millionen Euro Spendengelder. Getragen wird der Flächenbesitz durch das Stiftungskapital, das durch Zustiftungen von naturverbundenen Menschen auf mittlerweile 5,2 Millionen Euro gewachsen ist.

Der Flächenbesitz, mit einem Wert von etwa 14,7 Millionen Euro, verteilt sich auf rund 280 Schutzgebiete in ganz Deutschland. Etwa 10.000 Hektar entlässt die Stiftung langfristig aus der Nutzung, sodass sich hier naturnahe Wälder, Gewässer und Moore zu artenreichen Lebensräumen entwickeln können.

Insbesondere in Ostdeutschland besitzt die NABU-Stiftung umfangreiche Nadelholzforste, die durch waldbauliche Arbeiten in naturnahe Laubmischwälder zurückverwandelt werden. Rund 5.700 Hektar werden unter naturschutzfachlichen Vorgaben durch ortsansässige Landwirte bewirtschaftet, um sie für Tiere und Pflanzen der Kulturlandschaft als Lebensraum zu erhalten.

 
 
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