Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Mauersegler sind zurück
03.05.2017

Die Mauersegler sind aus ihren Überwinterungsgebieten zurück. Dazu verbreitete der Landesbund für Vogelschutz in Bayern eine Pressemeldung.



Wenn die Eisheiligen mit dem kommenden Wochenende überstanden sind, kann der Sommer kommen. Die ersten geflügelten Sommerboten kehren bereits aus ihren warmen Überwinterungsgebieten zum Brüten in den Freistaat zurück. Doch wie allen Gebäudebrütern mangelt es auch den Mauerseglern an geeigneten Nistplätzen. Seit 2016 sind die Flugkünstler auf der Roten Liste Bayerns sogar als gefährdet eingestuft. Um dem Bestandsrückgang entgegenzuwirken, setzt sich der LBV mit dem Projekt „Der Spatz als Botschafter der Stadtnatur“ für den Schutz der Mauersegler und anderer Stadtvogelarten ein. Ab Mitte Mai geht auch die LBV-Mauersegler-Webcam wieder online (www.lbv.de/mauersegler-webcam), über die man die gefährdeten Vögel live bei Brut und Aufzucht beobachten kann. „Als wahre Flugkünstler verbringen Mauersegler fast ihr ganzes Leben in der Luft und legen dabei pro Jahr fast 200.000 Kilometer zurück.“, erklärt Lorena Heilmaier vom LBV-Projekt „Der Spatz als Botschafter der Stadtnatur“. Sobald die Mauersegler flügge werden, fliegen sie zwei Jahre ohne Unterbrechung. Gejagt, gefressen und sogar geschlafen wird im Flug. „Das Brüten unter den bayerischen Dächern ist übrigens die einzige Tätigkeit, zu der ein Mauersegler freiwillig landet“, weiß die Biologin. Mauersegler ernähren sich von Insekten, und auch die Küken werden einmal pro Stunde mit einem haselnussgroßen Futterball aus Insekten gefüttert. Ist das Wetter oder das Insektenangebot im Brutgebiet schlecht, ziehen die Altvögel teils bis zu hundert Kilometer weit in insektenreichere Gebiete. Die Küken werden ohne Futter alleine im Nest zurückgelassen und fallen in eine Art „Hungerschlaf“, in dem sie bis zu einer Woche lang von ihren Fettreserven zehren können. Werden die jungen Mauersegler nach zwei Jahren geschlechtsreif, suchen sie sich einen geeigneten Nistplatz in Spalten und Ritzen an Gebäuden. „Mauersegler sind unscheinbar und hinterlassen kaum Spuren, sodass viele Menschen gar nicht wissen, dass Mauersegler unter ihrem Dach brüten.“, erklärt Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV. Kommt es bei Fassaden- oder Dacharbeiten zum Abriss oder Verschluss der Nester, verlieren die ortstreuen Vögel ihre Brutstelle oder sogar ihre Brut. Auch Neubauten bieten wenig Unterschlupf, denn durch auf Energieeinsparung ausgerichtete Bauweise bleiben keine Spalten mehr, in denen Vögel brüten können. Der LBV setzt sich deshalb mit dem vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz geförderten Projekt „Der Spatz als Botschafter der Stadtnatur“ für unsere Stadtvogelarten ein. „Unsere Natur und Artenvielfalt sind ein großer Reichtum, auch in unseren Städten. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist ein wichtiges Ziel bayerischer Umweltpolitik. Der LBV ist ein starker Projektpartner bei unserer Aktion ’Natur in der Stadt’. Wir unterstützen das Projekt zum Schutz der Vogelwelt aus Überzeugung", betont die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf. LBV-Projektbeauftragte Lorena Heilmaier: „Der LBV baut ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen auf, das Bauherren, Architekten und Behörden berät, Bestandsaufnahmen zu Gebäudebrüterniststätten macht und durch Öffentlichkeitsarbeit für mehr Aufmerksamkeit und Toleranz gegenüber unseren gefiederten Stadtbewohnern wirbt.“ Außerdem wird es dieses Jahr wieder die Mauersegler-Webcam geben, über die man einen einzigartigen Einblick in Brut und Aufzucht der sonst so verborgenen Vögel bekommen kann.

 
 
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