Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Besenderte Steppenweihe doch wieder aufgetaucht
16.05.2017

Erstmalig seit Oktober 2016 hat sich jetzt der Sender des Steppenweihenweibchens "Potku" wieder gemeldet. Erfreulich - findet nicht nur der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA).

Die Hoffnung der finnischen Forscher, die 2015 das Steppenweihen-Weibchen „Potku“ mit einem GPS-Sender besendert hatten, war nur noch gering: Im Oktober 2016 hatte der Sender aus der Nähe der Hauptstadt Mauretaniens letztmalig Daten übertragen. Danach gab es monatelang keine Neuigkeiten. Es blieb eigentlich nur noch zu hoffen, dass lediglich der Sender ausgefallen, die Weihe aber weiterhin am Leben war. Doch dann kam Mitte Januar die erlösende Nachricht und neue Positionen des Vogels wurden übertragen. Offenbar hielt sich Potku bis in den Januar im Grenzbereich zwischen Mauretanien und dem Senegal auf. Von dort ging es anschließend zuerst nur rund 100 Kilometer nordwärts, wo der Vogel bis Anfang März verweilte.

Erst Ende Mai setzte der Heimzug dann richtig ein und in großen Sprüngen ging es nach Norden. Am 28. März wurde die Meerenge von Gibraltar überquert. Statt sich von diesen Strapazen zu erholen, setzte die Weihe ihren Zug in einem wahren Marathon fort. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h flog Potku innerhalb von 24 Stunden nonstop 1200 km. Und selbst dann kam eine längere Rast offenbar noch nicht in Frage. Nach der Überquerung der Pyrenäen wurde erst am 31. März abends in Westfrankreich wieder eine Stelle zum Schlafen aufgesucht. Letztlich flog die Steppenweihe in dieser Etappe mehr als 1500 km ohne Pause. Anfang April mussten die Reserven dann aber offenbar doch erst einmal wieder aufgefüllt werden. In der Nähe von Paris wurde eine Woche Rast eingelegt. Anschließend ging es über Belgien und die Niederlande nach Deutschland.

Die niederländisch-deutsche Grenze wurde am 10. April bei Nettetal im Kreis Viersen überquert. Quer durch Nordrhein-Westfalen ging es noch am selben Tag bis in die Nähe von Braunschweig. Für eine Beobachtung des Vogels blieb quasi kaum Gelegenheit: Bereits am 11. April flog Potku über Sachsen-Anhalt, Brandenburg und direkt über das Berliner Stadtgebiet über die Grenze nach Polen. Mittlerweile hält sich die Steppenweihe nach einem Trip durch Weißrussland und mit kurzem Abstecher nach Finnland rund 500 km nördlich von Moskau auf.

Es ist spannend zu sehen, welche Routen dieser Vogel zurücklegt und wie synchron der Zug offenbar von Jahr zu Jahr verläuft. Das identische Winterquartier in Mauretanien wurde 2016 zwei Tage früher erreicht als 2015. Verlassen wurde dieses Gebiet sogar zum genau gleichen Datum, jeweils am 31. Januar. Auch die Zeit bis zur Ankunft in Europa zog sich ähnlich lange hin. Während 2016 die Meerenge von Gibraltar am 29. März überquert wurde, war Potku in diesem Jahr einen Tag früher dran. Doch nicht nur zeitlich scheint der Zug erstaunlich gut geplant zu sein, es wurde in beiden Jahren auch eine nahezu identische Route mit teilweise selben Rastgebieten gewählt. Die Kartendarstellung verdeutlicht dies sehr anschaulich.

Übrigens laufen auch in Deutschland verschiedene interessante Telemetrieprojekte. Seit 2014 werden im Rahmen des Projektes „Land zum Leben“ unter Beteiligung des DDA Rotmilane besendert. Es besteht sogar die Möglichkeit eine ganz besondere Verbindung zu diesen Vögeln aufzubauen: Werden Sie Rotmilan-Patin oder -Pate! Als Patin bzw. Pate erhalten Sie eine persönliche Patenurkunde und die zweimal im Jahr erscheinende „Rotmilan-Post“ mit Neuigkeiten über „Ihren“ Milan. So erfahren Sie exklusiv, wann das Revier besetzt wurde, wo er sich zur Brutzeit aufgehalten hat und viel Spannendes mehr.

 
 
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