Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Unbemannte Flugsysteme zur Nestsuche
30.06.2017

Wie man mithilfe von Drohnen die Nester von Bodenbrütern entdecken kann, zeigte eine Konfernez über unbemannte Flugsysteme in Miami, Florida.

In der stark intensivierten Agrarlandschaft haben es Vögel immer schwerer erfolgreich zu brüten. Starke Bestandseinbrüche sind die Folge und aufwändige Schutzmaßnahmen nötig, um einige Arten nicht an den Rand des Aussterbens zu bringen. Um besetzte Nester vor der Zerstörung durch landwirtschaftliche Maschinen zu bewahren, werden diese in vielen Gegenden Deutschlands markiert. Auf diese Weise können Landwirte die entsprechenden Stellen bei der Feldbearbeitung gezielt umfahren.

Auf der Internationalen Konferenz über unbemannte Flugsysteme (ICUAS 2017) in Miami/USA, stellten Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der NABU-Naturschutzstation Münsterland Mitte Juni eine neue Methode vor, bei der mithilfe von Drohnen Nester von Bodenbrütern auf landwirtschaftlichen Nutzflächen entdeckt werden können. Zum Einsatz kommt dabei ein kleines Flugsystem mit Wärmebildkamera. Mit diesem lassen sich Kiebitznester aus einer Höhe von rund 40 Metern leicht entdecken. Um das Auffinden noch zu vereinfachen und die Ergebnisse zu verbessern wird zur Vorverarbeitung ein Algorithmus genutzt, der den Kontrast der Bilder um 10-50% erhöht. In einem Testlauf konnten auf diese Weise 93% der bekannten Nester aufgefunden werden. In einem Beitrag im frei zugänglichen Tagungsband werden die notwendigen technischen Voraussetzungen und optimale Einstellungen zum Erkennen von Kiebitzgelegen per Wärmebildkamera beschrieben.

 
 
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