Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Waldschnepfen: Vermehrt junge Weibchen in Jagdstrecken Dänemarks
04.07.2017

Eine wissenschaftliche Arbeit befasste sich mit dem Geschlechterverhältnis der bei der Jagd in Dänemark geschossenen Waldschnepfen.

Die Waldschnepfe gehört zu den beliebtesten Federwildarten Europas und von der auf 20-26 Millionen Individuen geschätzten Population werden jährlich rund 2,7 Millionen Vögel geschossen. Inwiefern dies Einfluss auf die Populationsgröße nimmt, ist angesichts des heimlichen Verhaltens dieser weit verbreiteten Art sowohl im Brut- als auch Überwinterungsgebiet und entsprechend grober Bestandsschätzungen kaum bekannt.

Anhand von Jagdstrecken lassen sich verschiedene Informationen über die Lebensweise der Waldschnepfe ermitteln. Über das Alter der geschossenen Vögel ist bereits relativ viel bekannt, weniger erforscht ist hingegen das Geschlechterverhältnis, da sich Männchen und Weibchen optisch nicht unterscheiden lassen. Wissenschaftler haben nun insgesamt 327 in Dänemark geschossene Waldschnepfen aus zwei Jagdperioden (1.10.-31.1. 2012/13 und 2013/14) einer DNA-Analyse unterzogen und ihre Ergebnisse im European Journal of Wildlife Research veröffentlicht.

Es stellte sich heraus, dass insgesamt 37% der geschossenen Waldschnepfen junge Weibchen betrafen. 27% entfielen auf junge Männchen, 16% auf adulte Weibchen und 20% auf adulte Männchen. Besonders auffällig war ein starker Weibchen-Überschuss unter den Jungvögeln im Oktober, während zu keiner anderen Zeit oder bei Altvögeln ähnliche Verhältnisse auftraten. Unter Berücksichtigung weniger vergleichbarer Untersuchungen aus anderen Ländern Europas kommen die Forscher zu dem Schluss, dass der Herbstzug der Waldschnepfe mit einer Welle junger Weibchen beginnt, der junge Männchen und Altvögel folgen. Möglicherweise verharren die Männchen in Herbst und Winter grundsätzlich weiter nördlich als weibliche Vögel. Das ermittelte Durchzugsmuster lässt vermuten, dass ein späterer Beginn der Jagdzeiten den Abschuss von Weibchen reduzieren könnte. Dies könnte sich wiederum positiv auf die Reproduktion dieser polygamen Art auswirken.

Quelle:
Christensen et al. 2017: Seasonal variation in the sex and age composition of the woodcock bag in Denmark. Eur J Wildl Res 63: 52.

 
 
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