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Artenhilfsprogramm für Weissstorch eingestellt
24.07.2017

Die Hilfe hat gewirkt, die Schutzbemühungen für den Weißstorch in Bayern waren so erfolgreich, dass das Artenhilfsprogramm eingestellt werden konnte.

Hilpoltstein/Augsburg (LBV) Ein Artenhilfsprogramm wird eingestellt. Nicht etwa aus Geldmangel, sondern wegen des nachhaltigen Erfolges der Schutzbemühungen für den einst vom Aussterben bedrohten Weißstorch. Waren es in den 1980er-Jahren nur noch knapp 60 Brutpaare, ist der Bestand heute mit rund 480 besetzten Storchennestern in Bayern gesichert. Der LBV, das Bayerische Umweltministerium (StMUV) und das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) feiern diesen Erfolg zusammen mit einer Festveranstaltung in Oettingen, unter anderem mit einem Eintrag in das Goldenen Buch der Stadt. „Die in über dreißig Jahren durchgeführten Schutzmaßnahmen haben sich nachweislich bewährt. Dieser Erfolg war nur durch das große Engagement von rund 350 ehrenamtlichen Storchenbetreuern möglich“, sagt Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV. „Das Artenhilfsprogramm für den Weißstorch ist eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes in Bayern“, freut sich Claus Kumutat, Präsident des LfU. In den 1970er Jahren waren die Prognosen düster und sogar das Aussterben des Weißstorches wurde befürchtet. „Dieser schwarzen Zukunft für den weißen Storch wollten wir und unsere Partner Schutzmaßnahmen entgegensetzen“, so Norbert Schäffer. Im Jahr 1984 startete deshalb das Artenhilfsprogramm für den Weißstorch durch LBV, LfU und StMUV. Als Kulturfolger nutzt der Weißstorch die vom Menschen geschaffenen Lebensräume und ist sogar darauf angewiesen. So brütet er in Mitteleuropa fast ausschließlich auf Gebäuden. Der wesentliche Schwerpunkt der Schutzmaßnahmen war daher der Erhalt und die Neuanlage von Tümpeln und feuchten Grünlandbereichen in Siedlungsnähe. Denn das feuchte Grünland in Flussauen und Niederungen dient dem Storch als Nahrungsgebiet. Als eine weitere Hilfsmaßnahme wurden zahlreiche Weißstorch-Nisthilfen renoviert und neu gebaut. Mit der Bevölkerung, den Gebäudebesitzern, den Bürgermeistern und schließlich auch den Feuerwehren konnten Horstplattformen auf Gebäuden aufgestellt und betreut werden. „Darüber hinaus haben wir, zusammen mit unseren Partnern, Landwirte und Gemeinden intensiv beraten, wie sie schonend Talwiesen bewirtschaften und bei Siedlungs- und Straßenbauplanungen auf Nahrungsflächen Rücksicht nehmen“, sagt LBV-Weißstorchexpertin Oda Wieding. Auch die Gefährdung des Weißstorchs durch Stromschlag konnte verringert werden. So ist ein Großteil der rund 170.00 gefährlichen Strommasten in Bayern mittlerweile gesichert. Viele dieser Maßnahmen kommen der gesamten Lebensgemeinschaft in feuchten Grünlandbereichen zugute, wie beispielsweise Kiebitz oder Grasfrosch. Mit einem heutigen Bestand von rund 480 Storchenpaaren – eine Vervielfachung seit Beginn der Schutzmaßnahmen – können sich die Weißstörche in Bayern künftig auch ohne besondere Hilfsmaßnahmen erfolgreich fortpflanzen. „Den Weißstorchbestand wird der LBV aber über ein Monitoring weiter im Auge behalten, da sich Faktoren, wie zum Beispiel der Zustand der Winterquartiere der Zugvögel, durch mögliche neue EU-Regelungen und Anreize jederzeit ändern können“, erklärt Schäffer.

 
 
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