Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Windenerieanlage bei Erntearbeiten abschalten
20.09.2017

Beim Pflügen und bei der Ernte/Mahd sollte nach Ansicht der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten Windräder im Umkreis von 300 m abgeschaltet werden.

Die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW), eines der ältesten staatlichen Fachgremien in Deutschland, hat durch die Veröffentlichung zweier Beschlüsse zur Abschaltung von Windenergieanlagen (WEA) zum Schutz von Greifvögeln und Störchen bei bestimmten landwirtschaftlichen Arbeiten sowie zu Drohnen und Naturschutz eindeutig Position bezogen.

Die LAG VSW stellt fest, dass beim Pflügen sowie bei der Ernte/Mahd auf landwirtschaftlichen Flächen kurzzeitig ein großes Nahrungsangebot für einige der windkraftsensiblen Vogelarten entsteht, was zu einer zeitlich befristeten Erhöhung des Kollisionsrisikos führen kann. Es wird daher empfohlen, bei der artenschutzrechtlichen Prüfung von Windrädern in landwirtschaftlich genutzten Gebieten bei Pflügen/Ernte/Mahd in den Monaten April bis Oktober im Umkreis von 300 m um ein Windrad ab Beginn der Feldbearbeitung und an den drei Folgetagen tagsüber eine Abschaltung als Vermeidungsmaßnahme zu berücksichtigen.

Ein zweites Positionspapier behandelt Drohnen, die sich durch die rasante technische Entwicklung und ihre zunehmende Verbreitung in der Landschaft zu einem Thema entwickelt haben, mit dem sich auch der Naturschutz auseinandersetzen muss. Die Erfassung von Vogelkolonien und von schwer zugänglichen Brutplätzen kann mit Hilfe von Drohnen anstelle einer Begehung mit sehr viel weniger Störungen für die Vögel verbunden sein. Somit ist der Einsatz von Drohnen nicht generell negativ zu bewerten. Bei der zunehmenden Anzahl an Freizeitfliegern mit freihand-gesteuerten Drohnen in der
Landschaft ist allerdings damit zu rechnen, dass es in Zukunft vermehrt zu Störungen von Vögeln durch Drohnen kommt. Diese Personen sollten für die möglichen negativen Wirkungen der Drohnen auf Vögel sensibilisiert werden. Ein Einsatz zur Vergrämung von Vögeln darf nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörden unter Berücksichtigung aller negativen Begleiteffekte erfolgen und wird von der LAG VSW in Schutzgebieten grundsätzlich abgelehnt.

Die jüngsten Beschlüsse der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten werden in der kommenden Ausgabe der Berichte zum Vogelschutz veröffentlicht und sind bereits vorab auf der Internetseite der LAG VSW in voller Länge kostenlos abrufbar.

 
 
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