Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Birden in exotischen Ländern
19.12.2017

Wer einmal beim Birden heimische Gefilde verlassen möchte und außergewöhnliche Ziele sucht, könnte es in Sri Lanka, Bhutan oder Ecuador versuchen

Außergewöhnliche, oft bunte Vogelarten in Lebensräumen mit fremdartiger Vegetation veranlassen so manchen Vogelbeobachter zu ornithologischen Reisen. Und nicht zuletzt zieht eine besonders große Artenvielfalt viele Birdwatcher in ferne Länder. Dabei lassen sich einige Länder ganz besonders hervorheben, die zu den absoluten Highlights für Hobby-Ornithologen zählen. Sri Lanka – ein Paradies für Birdwatcher  lockt immer mehr Touristen an seine Kulturstätten und Bilderbuchstrände. Aber auch für begeisterte Vogelkundler ist das Land ein wahres Eldorado. Trotz der überschaubaren Größe ist Sri Lanka Heimat für über 450 Vogelarten, darunter sogar 33 Endemiten. Diese große Artenvielfalt verdankt Sri Lanka seinem tropischen Klima und den vielfältigen Naturräumen von savannenartigen Landschaften bis hin zu Feuchtgebieten und tropischen Regenwäldern. Diese bieten den optimalen Lebensraum für in Sri Lanka beheimatete Vögel. Einige farbenprächtige Arten wie der Dschungelfasan können schon bei einem Spaziergang durch die Parks von Colombo beobachtet werden. Andere Arten leben etwas versteckter im tropischen Regenwald, zum Beispiel das Ceylonhuhn, der Nationalvogel von Sri Lanka. Das Talangama Feuchtgebiet stellt ein besonderes Highlight für Birdwatcher in Sri Lanka dar. Es befindet sich nur wenige Kilometer von Colombo entfernt und ist daher ideal für einen Tagesausflug. Das Sumpfland bildet ein Labyrinth aus Mangroven und bietet ideale Lebensbedingungen für Wasser- und Sumpfvögel. Im Talangama Feuchtgebiet können unter anderem Indische Koels, Kormorane, Pirole und mit etwas Glück sogar Gelbhaubenspechte und Eisvögel beobachtet werden. Das Naturreservat Nuwara Eliya befindet sich im Herzen Sri Lankas. Die Region wird von wunderschönen Bergen umrahmt und bietet verschiedenen exotischen Vogelarten ein Zuhause. Dort trifft man im Hakgala Botanical Garden beispielsweise auf den Kaschmirzwergschnäpper, der in Sri Lanka überwintert. Ceylonbrillenvögel und Hinduweihe kommen auf den Horton Pains vor. Die Monate November bis April eignen sich am besten für Ornithologische Reisen nach Sri Lanka, da in diesen Monaten Zugvögel im Süden überwintern.

Ecuador ist viel mehr als nur Galápagos. Der Traum von fast allen Ornithologen ist natürlich eine Reise zu den Galápagos Inseln. Denn die außergewöhnliche Pflanzen- und Tierwelt der Inseln ist einzigartig. An keinem anderen Ort der Erde leben so viele endemische Arten. Hier fand der Forscher Charles Darwin 1835 Belege für seine Theorie über die Entstehung der Arten. Zu den absoluten Highlights der Galápagos Inseln gehört die Insel Española und die dort zu entdeckenden Galápagos- Albatrosse, -Bussarde und -Flamingos, sowie Blau- und Rotfußtölpel. Zudem ist es sehr wahrscheinlich, hier auf die meisten der 13 verschiedenen Arten von Darwinfinken zu stoßen. Die Tiere zeigen oftmals keine Scheu und können so in Ruhe bewundert werden. Doch auch das Festland von Ecuador ist ein wahres Paradies für Vogelliebhaber. Durch den Einfluss der Meeresströmungen und die unterschiedliche Geografie haben sich verschiedene Vegetationszonen entwickelt, die Habitate für vielfältige Vogelarten bieten. In den Anden-, Amazonas-, Küsten- und Tieflandregionen von Ecuador sind über 1600 verschiedene Vogelarten zu Hause. Das bedeutet rund 1/6 aller Vogelarten weltweit ist in dem kleinen südamerikanischen Land vertreten. Diese große Artenvielfalt auf kleinem Raum ermöglicht die Beobachtung besonders vieler Vogelarten in kurzer Zeit. Im subtropischen Bergnebelwald der West- und Ostkordillere sowie im tropischen Amazonastiefland können Kolibris, Bergtukanen und Tangaren entdeckt werden. An der Pazifikküste befinden sich auf Mangroveninseln die größten Fregattvogelkolonien Südamerikas. Ecuador ist ein Rückzugsgebiet vieler vom Aussterben bedrohter Spezies.

Bhutan ist ein Neuling unter den Reisezielen und ein wahrer Geheimtipp für kulturbegeisterte Ornithologen. Neben seiner unberührten Natur und einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt besticht das asiatische Land vor allem mit seiner mystischen Kultur. Traditionelle buddhistische tantrische Festivals entführen mit ihren bunten Maskentänzen in eine neue Welt. Diese sind mindestens genauso bunt wie die Vogelartenvielfalt in Bhutan. Auf einer ornithologischen Reise in Bhutan können unter anderem die seltenen Styratrongopan- Fasane entdeckt werden. Vor allem in der unberührten Natur im Westen Bhutans sind sehr viele seltene Vogelarten beheimatet. Das Thimphu Tal ist relativ trocken und wird von blauen Pinienwäldern umrandet. Hier können seltene Vogelarten wie die vom Aussterben bedrohte Rostwangen- Schwanzmeise entdeckt werden. Aber auch andere Vögel, wie der Ibisschnabel, Mauerläufer und die Pallaswasseramsel sind hier zu Hause. Nicht weit entfernt liegt der Dochula Pass. In dieser semitropischen Region mit gemäßigtem Laubwald aus Fichten, Eichen, Tannen, Magnolien und Rhododendren sind viele verschiedene Vogelarten anzutreffen. Vögel, wie die Hügelbuschwachtel, die Einfarb-Papageimeise und das selten anzutreffende Feuerschwänzchen sind hier zu Hause. Ein besonders interessantes Spektakel für Vogelbegeisterte in Bhutan ist das jährlich stattfindende Kranich-Festival im Phobjika Tal. Dieses wird gefeiert, wenn die Kraniche Mitte November von Tibet in das geschützte Tal fliegen, um dort zu überwintern. Kraniche nehmen in der bhutanischen Kultur eine besondere Rolle ein, da man glaubt, sie würden heilige Orte bevorzugen. Während des Festivals verkleiden sich die Mönche des größten Klosters der Region als Kraniche und tanzen einen speziellen Tanz, der die Kraniche empfangen soll.

Weitere Infos zu ornithologischen Reisen finden Sie unter www.ecuador-discover.de, www.srilanka-discover.de und www.bhutan-discover.de

 
 
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