Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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4. Birdrace ein Rennen der Rekorde
15.06.2007

Am Samstag, den 5. Mai 2007 war es wieder soweit, zum vierten Mal fand das bundesweite Birdrace des DDA statt. Und es wurde – bei in weiten Teilen Deutschlands fast schon zu guten äußeren Bedingungen – wahrlich ein Rennen, das alle Erwartungen übertraf.

4. Birdrace ein Rennen der Rekorde

Am Samstag, den 5. Mai 2007 war es wieder soweit, zum vierten Mal fand das bundesweite Birdrace des DDA statt. Und es wurde – bei in weiten Teilen Deutschlands fast schon zu guten äußeren Bedingungen – wahrlich ein Rennen, das alle Erwartungen übertraf.

Die Birdrace-Gemeinde wächst weiter
Mit 90 Teams und 338 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stieg die Beteiligung am Birdrace weiter deutlich an. Ein „Wiederholungstäter“ aus NRW drückte es sehr treffend aus: „Birdrace macht süchtig“. So machten fast alle Teams aus den Vorjahren wieder mit und hinzu kamen neue Teams, die von begeisterten Birdracern angesteckt wurden. Um Vögel gerannt wurde in fast ganz Deutschland, erstmalig auch in Thüringen und im Saarland (s. Karte auf der DDA-Homepage) Die größte Anhängerschar findet das Birdrace nach wie vor in Nordrhein-Westfalen, wo 35 Teams antraten. Doch die Begeisterung breitet sich auch auf andere Bundesländer aus: In Hessen starteten 10 Teams, in Niedersachsen und Baden-Württemberg je neun. Den heimlichen Titel "Birdrace-Hauptstadt 2007" darf in diesem Jahr Herford tragen: 8 Teams mit 35 TeilnehmerInnen erkundeten die Artenvielfalt im Kreis.

Neue Rekorde auf Bundes- und Landesebene
Den deutschen Meistertitel holte das Nord-Seh-Team mit dem neuen deutschen Rekord von 167 Arten nach Nordfriesland. Das Team Cuxland – Schwenke Geo Consult musste sich mit 164 Arten (trotz Verbesserung der eigenen Bestmarke von 161 Arten in 2004) zum ersten Mal mit dem zweiten Platz begnügen. Auf dem dritten Rang landeten mit 157 Arten Gätkes Erben aus Lüneburg. Mit dieser Artenzahl stellten sie den drei Jahre alten Binnenlandrekord ein. Mit Wannacks Topti(c)kern aus Ostholstein, dem Asiola-Quartett aus Nordwest-Mecklenburg und den Alten Socken aus Cuxhaven folgten auf den weiteren Plätzen Küstenteams, die auch in den vergangenen Jahren unter den Top 10 zu finden waren. Zweitbeste Binnenland-Mannschaft auf Rang 8 war das Team Havelland, das auf 137 Arten kam. Besonders hervorgehoben werden sollen auch Pody & Co. aus dem Kreis Plön, die nach 21 Stunden, 94 km mit dem Rad und 12 km zu Fuß 135 Arten gesehen oder gehört hatten.
Anerkennung und Hochachtung gebührt aber allen Teams, denn es gehört schon viel Begeisterung und Engagement dazu, um beispielsweise im Kreis Bentheim auf 120 Arten oder trotz teilweise strömenden Regens in Tübingen auf 93 Arten zu kommen. Nicht weniger als 52 Gruppen beobachteten 100 oder mehr Arten, was verdeutlicht, wie gut sich die Beobachter in ihren Kreisen auskennen! Aber eine Teilnahme am Birdrace macht auch ohne so hohe Artenzahlen Spaß und funktioniert auch, wenn man kein langjähriger Hobby-Ornithologe ist. Das olympische Motto gilt auch beim Birdrace: „Dabei sein ist alles.“
Insgesamt wurden 263 Arten am 5. Mai beobachtet. Dass es ein paar weniger als 2006 waren, lag vor allem daran, dass sich in diesem Jahr kein Team in die Hochalpen aufgemacht hatte. Trotzdem wurden wieder zahlreiche Seltenheiten entdeckt, u.a. eine Steppenweihe in Nordfriesland, gleich mehrere Rotfußfalken, ein Mornellregenpfeifer im Kreis Lippe, eine Doppelschnepfe in Münster, eine Skua auf Rügen, eine Weißflügel-Seeschwalbe in Viersen, mehrere Weißbart-Seeschwalben, eine Raubseeschwalbe tief im Binnenland im Kreis Wesel, eine Zitronenstelze am Ammersee oder ein Rotkopfwürger im Schwalm-Ederkreis. Die Zahl der im Rahmen der vier Birdraces beobachteten Vogelarten steigt damit auf 294.
Eine Übersicht über die Ergebnisse aller Gruppen, eine Gesamtartenliste sowie zahlreiche lustige Mannschaftsfotos finden sich unter www.dda-web.de.

Binnenlandteams liegen in der Sonderwertung Singvögel vorne
Die neue Sonderwertung Singvögel hielt, was wir uns davon erhofften: Die Sieger, Gätkes Erben, kommen aus dem Binnenland! Sie konnten mit hervorragenden 75 Arten sogar eine kleine Differenz zwischen sich und die Konkurrenz legen. Auf den weiteren Rängen ging es dann aber sehr eng zu: Mit den Ackermännchen aus dem hessischen Schwalm-Eder-Kreis und den sächsischen SpeedBirdern erreichten zwei Teams tief aus dem Binnenland 72 Arten. Den dritten Platz teilen sich die Arten-Vizemeister Cuxland - Schwenke Geo Consult mit den hessischen Ornis im Einsatz mit 71 Arten, knapp gefolgt von Hügelland aus Rheinland-Pfalz mit 70 Arten. Die Sonderwertung wird auch künftig Bestandteil des Birdraces sein.

ADEBAR freut sich über eine Rekordsumme
Den Titel der Spendenkönige scheinen die BO-bachter abonniert zu haben: Dank 92 Arten kamen sie am Ende eines langen Tages auf 3.030 Euro und übersprangen damit wieder einmal eine neue "Schallgrenze". Ein Füllhorn voller Geld schüttete dabei aber niemand über Bochum aus, der Erfolg ist hart erarbeitet: Über 50 Briefe und E-Mails schrieb das Team im Laufe des vergangenen Jahres an Firmen, Vereine, Freunde und Bekannte! Auf dem zweiten Rang landeten die Neulinge des BfN-Teams Birding for Nature mit 2.263 Euro –- fast so viel wie die BO-bachter im Vorjahr. Der dritte Rang ging wie im vergangenen Jahr an das Nord-Seh-Team, den sie mit 1.135 Euro knapp vor den Sportfreunden Triller feat. inter(net)litho mit 1.095 Euro erreichten. 56 Teams – und damit fast zwei Drittel – warben eine Unterstützung ein, wodurch fast 16.000 Euro für das ADEBAR-Projekt gesammelt werden konnten. In der Summe der vier Birdraces bedeutet das nunmehr über 40.000 Euro – ein großartiges Ergebnis!

Großes Medienecho
Neben zahlreichen Zeitungsbeiträgen berichteten mehrere Radiosender über das Rennen und auch mindestens zwei Fernsehteams waren beim Birdrace 2007 dabei: In der „Aktuellen Stunde“ (WDR-Fernsehen) wurde noch am Samstagabend in ganz NRW über die Spendenkönige BO-bachter berichtet und das Team der Göttinger Sozialbrachvögel erlangte in „Hallo Niedersachsen“ (NDR) landesweite Aufmerksamkeit.
Wie die Presseschau auf der DDA-Homepage beweist, kommt die Mischung aus Spaß und ernsthaftem Anliegen in den Medien sehr gut an. Ein Redakteur der Mitteldeutschen Zeitung bezeichnete das Birdrace in einem Kommentar als eine „Idee mit Anregungseffekt“, um Themen und Vorhaben in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Bei so manchem Reporter konnte man die Bewunderung für die Leistungen der Teams, vor allem aber den Oho-Effekt ob der Artenvielfalt, die uns umgibt, herauslesen. Es ist ein schöner Erfolg des Birdraces, wenn so positiv über die Avifaunistik und unsere Anliegen berichtet wird!

Herzlichen Dank ... und auf ein Fünftes am 3.Mai 2008!
Im Namen des DDA ein herzliches Dankeschön an Christopher Schmidt, der ein Aquarell für die Gestaltung der Urkunde und zur anschließenden Verlosung bereitstellte, an den Aula-Verlag, die Leica Camera AG, den Kosmos-Verlag und die Zeitschrift VÖGEL, die attraktive Sachpreise für die Verlosung sowie die Zeitschrift GEO, die Sonderpreise für die Sieger des Spendenrennens stifteten!

Ein ebenso herzlicher Dank an alle Teams für ihren großartigen Einsatz, für die tolle Rückmeldedisziplin, die Medienarbeit, die zeitaufwändige Suche nach Spendern und natürlich allen, die das ADEBAR-Projekt mit ihren Spenden so großzügig unterstützten!
Es war wieder eine rundum gelungene Werbung für unsere Anliegen und den Spaß an der Vogelbeobachtung, die hoffentlich eine ebenso erfolgreiche Fortsetzung beim 5. bundesweiten Birdrace am 3. Mai 2008 finden wird!

Daniel Doer, Johannes Wahl

 
 
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