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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Hände weg von Jungvögeln
15.05.2018

Die Schweizerische Vogelwarte teilt mit, wie man am besten mit verwaist scheinenden Jungvögeln umgeht.

In der Vogelpflegestation der Schweizerischen Vogelwarte herrscht momentan Hochbetrieb. Täglich werden zahlreiche scheinbar verwaiste Jungvögel eingeliefert. Diese gut gemeinte Hilfe ist aber in den meisten Fällen gar nicht nötig. Im Gegenteil: Oft führt sie dazu, dass gesunde Jungvögel von ihren Eltern getrennt werden.

Nur scheinbar verlassen
Ein Jungvogel ist meist nur scheinbar verlassen und hilflos. Er wird auch nach dem Verlassen des Nestes von seinen Eltern weiterhin gefüttert und betreut. Daher gilt: Jungvögel dort lassen, wo sie sind! „Zwar geht es den Jungen bei uns gut, und sie können in Ruhe heranwachsen. Wir können ihnen aber nicht alles beibringen, was sie von ihren Eltern lernen würden“, weiss Vreni Mattmann, Tierpflegerin an der Vogelwarte. „Dies könnte sich später negativ auf ihre Überlebenschancen auswirken“.

Wann ist ein Eingreifen sinnvoll?
Die Vogelwarte empfiehlt, Jungvögel grundsätzlich an ihrem Fundort zu lassen. Einschreiten soll man nur, wenn sich ein Vogel in unmittelbarer Gefahr befindet. Sitzt beispielsweise eine junge Amsel auf der Strasse, so kann man sie – auch mit blossen Händen – aufheben und ins nächste Gebüsch tragen. Dort werden die Altvögel sie auch weiterhin füttern. Ist der Jungvogel verletzt oder wird er von den Eltern während einer Stunde nicht mehr gefüttert, bringt man ihn am besten in die nächstgelegene Pflegestation.

Foto © Marcel Burkhardt

 
 
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