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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Einflug von Rosenstaren in Bayern
08.06.2018

Nach der Schweiz sind Rosenstare nun auch in Bayern in auffälliger Häufigeit zu beobachten.

An einigen Orten in Bayern können Naturfreunde im Moment Zeuge eines ganz besonderen Naturereignisses werden. Denn das erste Mal seit 2002 findet derzeit wieder ein großer Einflug von Rosenstaren nach Mittel- und Westeuropa statt. Aktuell halten sich tausende der farbenprächtigen Vögel vor allem in Italien und Ungarn auf. Auch aus Südbayern sind bereits mehrere Sichtungen einzelner Vögel bekannt. „Der Rosenstar ist leicht an seiner namensgebenden rosanen Gefiederfärbung zu erkennen und ein enger Verwandter unseres in Bayern heimischen Stars“, erklärt LBV-Ornithologe Dr. Thomas Rödl. Da der rosane Vogel nicht gerne alleine unterwegs ist, lohnt sich derzeit ein genauer Blick auf Starenschwärme vor allem in der Nähe von Kirschbäumen. Sein Besuch ist wahrscheinlich einem vorübergehenden Nahrungsmangel in seinem eigentlichen Brutgebiet geschuldet. Beobachtungen von Rosenstaren können dem LBV gemeldet werden. „Wer einen Rosenstar in Bayern entdeckt, dem gelingt eine besonders seltene Beobachtung“, so Rödl. Normalerweise brütet der Rosenstar in den Steppen, Halbwüsten und Wüsten Mittelasiens und Südosteuropas. Nur äußerst selten gibt es Einflüge von Rosenstaren weit westlich ihres eigentlichen Verbreitungsgebiets bis nach Mittel- oder sogar Westeuropa. Ihr Besuch wird deshalb auch nicht lange dauern, da es unwahrscheinlich ist, dass die Tiere soweit westlich ihres eigentlichen Brutgebiets bleiben. Der Grund für die weite Reise während der Brutzeit ist noch nicht vollständig geklärt. Die weiträumigen Bewegungen der Rosenstare innerhalb ihres asiatischen Verbreitungsgebiets werden jedoch mit dem Vorkommen von Heuschreckenschwärmen in Verbindung gebracht, einer wichtigen Nahrungsquelle der Vögel. Wie die bayerischen Stare sind auch die Besucher aus dem Süden nicht gerne alleine unterwegs. So sind Rosenstare in kleinen Gruppen oder als Einzeltiere oft zusammen mit dem europäischen Star zu beobachten. Gemeinsam mit seinem engen Verwandten, Vogel des Jahres 2018, fliegt der Rosenstar dann zum Beispiel im futtersuchenden Starenschwarm. Aktuell können Naturfreunde besonders in der Nähe von Kirschbäumen oder an gemeinsamen Schlafplätzen fündig werden. Die Unterscheidung der beiden Stare ist dabei recht einfach: „Rosenstare sind gut an ihrem rosanen Bauch, Rücken und Schnabel von unseren heimischen Staren zu unterscheiden, die überwiegend dunkel gefärbt mit gelbem Schnabel sind“, weiß der LBV-Ornithologe.

 
 
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