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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Gier und Armut zerstören tropische Wälder
19.11.2018

Wie Volker Seitz, von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, in einem Beitrag für den Blog www.achgut.com schreibt, schrumpfen Afrikas Wälder weiter dramatisch.

 Die Entwicklung für die Lebensräume in weiten Teilen Afrikas ist fatal. In Afrika ist illegaler Holzeinschlag Alltag. In weiten Teilen des Kontinents ist Holz der wichtigste Energieträger. Es wird zum Kochen und Heizen genutzt. Schätzungsweise 90 Prozent der Afrikanerinnen bereiten ihre Mahlzeiten am offenen Feuer zu. Auch das Handwerk und kleinere Industriebetriebe betreiben ihre Anlagen mit Holz. Da in fast allen Ländern häufig der Strom ausfällt, wird Brennholz verwendet. Die Landschaft wird systematisch abgeräumt, um an den Energiespender zu kommen.

Seit 1990 sind laut einer am 20. März 2018 vom WWF veröffentlichten Studie zwölf Prozent der Waldfläche Afrikas, das entspricht 860.000 Quadratkilometern (so groß wie Tansania), verloren gegangen. Allein in Nigeria wurden in dieser Zeit rund 60 Prozent Wald zerstört. Hauptgrund in Nigeria sind laut WWF die industrielle Landwirtschaft, die Viehhaltung und der Anbau von Soja und Palmöl in riesigen Monokulturen.

Wenn der Holzschlag im bisherigen Rhythmus weitergeht, könnte es laut Greenpeace in einigen Ländern wie Ghana und Simbabwe in 30 Jahren keine Bäume mehr geben. Das wird fatale Auswirkungen auf Böden, Witterung und die Lebensraumqualität haben – und natürlich auch ökonomische Schäden in kaum quantifizierbarer Höhe nach sich ziehen.

Damit illegal eingeschlagenes Holz nach Europa exportiert werden kann, wird es oft vom Herkunftsland als Plantagenholz deklariert, schreibt Volker Seitz. Besonders leicht soll der Export nach China sein, wo es bewusst keine Herkunftskontrolle gibt.
Der Verlust des tropischen Regenwaldes hat zunehmend dramatische Auswirkungen auf die nördlich und südlich angrenzenden Savannengebiete, deren Niederschläge letztendlich auf die Transpiration der riesigen inntertropischen Regenwälder zurückzuführen ist. Ohne Regenwald weniger Wolken und ohne Wolken weniger Niederschläge in den semiariden, aber auch semihumiden Gebieten nördlich und südlich.
Für Mitteleuropäer kaum nachvollziehbar ist, dass Naturschutzbemühungen nicht greifen, was übrigens auch für den Amazonas-Regenwald gilt. Es ist meist der fehlende politische Wille in Verbindung mit Korruption, die für die heraufziehende Katastrophe verantwortlich sind. Damit möglichst viel herausspringt, überlassen einflussreiche Clans – mit wenigen Auflagen – Konzernen aus China das Holz. Zu den 20 größten chinesischen Importeuren zählen acht staatliche Unternehmen. Laut Greenpeace kaufen europäische Firmen in China und umgehen so EU-Verbote.

Für die Artenvielfalt von Pflanzen, Insekten und Wirbeltieren ist das alles eine Katastrophe – ebenso für die Pygmäen. Ob es überhaupt realistisch ist, sich Hoffnung an einem Stop des Raubbaues zu machen, ist sehr fraglich.

 
 
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