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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Weissstörche im Schnee
18.01.2019

Wie der LBV meldet, werden zur Zeit in Bayern 300 überwinternde Weißstörche gezählt. Eine Gefahr für die Vögel durch Schnee bestehe aber nicht.

Hilpoltstein, 17.01.19 – Seit Jahren beobachtet der LBV, dass die Zahl der in Bayern überwinternden Weißstörche zunimmt. „Im Schnee stehende Störche irritieren immer wieder verdutzte Anwohner“, sagt Oda Wieding, die LBV-Weißstorchexpertin und ergänzt: „Kälte und Schnee machen den Großvögeln aber kaum etwas aus, da sie die Wärme viel besser speichern können als zum Beispiel kleine Singvögel wie Meisen.“ Verschlechtert sich das Wetter oder finden die Störche keine Nahrung mehr, weichen sie in einer Winterflucht unterschiedlich weit Richtung Süden aus. Wer einen überwinternden Storch sieht, kann diesen dem LBV melden. Derzeit verbringen rund 300 Weißstörche den Winter im Freistaat.

 

Weißstörche haben im Winter zwei Vorteile gegenüber kleinen Vögeln. Zum einen macht ihnen die Kälte weniger aus und zum anderen sind sie nicht auf tägliche Nahrung angewiesen. Als Großvögel kommen Störche auch einmal bis zu über einer Woche ohne Nahrung aus. In dieser Zeit können sie entweder bis zu 30 Kilometer umherstreifen oder eine Winterflucht zum Beispiel an den Bodensee oder durch Frankreich bis an das Mittelmeer antreten. „Die Störche nehmen ihre wochenlange Reise in den Süden überhaupt nur wegen der Nahrungsknappheit im europäischen Winter auf sich“, erklärt Wieding. Solange keine geschlossene Schneedecke liegt und kein strenger, langanhaltender Frost herrscht, findet der Storch auch in Bayern noch genug Nahrung wie zum Beispiel Mäuse oder kleine Fische.

 

Hintergrund

Der Weißstorch als klassischer Zugvogel verbringt normalerweise das Winterhalbjahr in Afrika. Als Segelflieger meiden die Störche das Mittelmeer und fliegen entweder als sogenannte Ostzieher über die Türkei, Israel und Ägypten nach Ost- und Südafrika oder sie wenden sich als Westzieher über Spanien und Gibraltar nach Westafrika. Eine steigende Anzahl an Weißstörchen spart sich jedoch den Flug über die Meerenge von Gibraltar und überwintert in Spanien. Durch die kürzere Zugstrecke ergeben sich auch Veränderungen in ihrem Verhalten, so dass jedes Jahr Störche auffallen, die tatsächlich erst im Winter verschwinden. Auch Weißstörche aus ehemaligen Zucht- oder Pflegestationen haben sich das Zugverhalten meist abgewöhnt und schlagen sich in Bayern durch. Ob und wie weit einige Weißstörche in den Süden fliegen, zeigen die vom LBV mit Satellitensendern ausgestatteten Störche unter www.lbv.de/senderstoerche

 
 
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