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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Storchenkolonie in Rühstädt
15.05.2019

Im Europäischen Storchendorf brüten die Störche. Interessierte können an Erlebnisführungen teilnehmen.









In Rühstädt, im Herzen des Prignitzer Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg gelegen, befindet sich die größte Storchenkolonie Mitteleuropas. Die Gemeinde wurde daher sogar als „Europäisches Storchendorf“ ausgezeichnet. Die ersten Babystörche sind bereits geschlüpft, noch bis August dreht sich in Rühstädt alles um Meister Adeba r. Schon jetzt können die Rotstrümpfe jeweils mittwochs bei naturkundlichen „Rundgängen durchs Storchenland“ vom NABU und freitags bei den Storchenführungen der Naturwacht beobachtet werden, ab dem 18. Mai dann auch samstags bei der preisgekrönten Erlebnisführung „Rühstädter Storchenfeierabend“.

Rühstädt liegt inmitten der naturbelassenen Flusslandschaft des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. „In der Elbtalaue finden die Störche ein vorzügliches Nahrungsangebot – ideale Bedingungen also für Mitteleuropas größte Storchenkolonie“, erläutert Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz e.V. Rühstädt wurde daher 1996 von der Stiftung Europäisches Naturerbe als „Europäisches Storchendorf“ ausgezeichnet. Insgesamt gibt es 15 europäische Storchendörfer, Rühstädt ist Deutschlands einziges Storchendorf.

„Auf beinahe jedem Dach der hübschen roten Backsteinhäuser befindet sich mindestens ein Storchennest, teilweise sind sogar bis zu vier Horste auf einem Dach. In diesem Jahr brüten 25 Storchenpaare“, berichtet Jürgen Herper, Ranger der Naturwacht Brandenburg. Die ersten Storchenbabys sind bereits geschlüpft, bis Ende August müssen die Jungstörche dann fit für die weite Reise in die Winterquartiere sein. Bis dahin dreht sich in Rühstädt alles um die Rotstrümpfe. Höhepunkt der Storchensaison ist das Storchenfest am Samstag, dem 27. Juli.

Ein täglicher Höhepunkt der Storchensaison ist der abendliche Einflug der Störche in ihre Nester, den Besucher bei der Erlebnisführung „Rühstädter Storchenfeierabend“ erleben können. Die Führung, die sogar mit dem Tourismuspreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet wurde, führt die Besucher vom 18. Mai bis 10. August jeden Samstag auf Augenhöhe mit den Rotstrümpfen und gibt so einmalige Einblicke in deren Familienleben. „Das Besondere: Die Mitarbeiter des NABU, der Naturwacht und des Storchenclubs Rühstädt erzählen abwechslungsreich Wissenswertes und Amüsantes rund um die Rühstädter Störche“, verrät Tourismuschef Mike Laskewitz. Die Tour beginnt jeweils 20 Uhr in der Gaststätte „Rosenhof“ in Rühstädt mit einer Einführung in das Storchenleben bei einem regionalen Imbiss. Anschließend führt die Tour 1,5 Kilometer durch das mit Storchennestern und einfliegenden Störchen geschmückte Dorf. Anmeldung zur Führung (19 Euro pro Person, Kinder un ter 12 Jahren 13 Euro) ist im „Rosenhof“ unter Telefonnummer 038791 / 739071 oder per Mail an friedrich0712@outlook.de möglich.

Schon jetzt bis August bietet das NABU-Besucherzentrum immer mittwochs um 14 Uhr einen „Rundgang durchs Storchenland“ (Erwachsene 5,50 Euro, Kinder ab 6 Jahre 2 Euro, Familien 10 Euro). Treffpunkt ist vor dem Besucherzentrum (Neuhausstraße 9). Ebenfalls ab sofort bis zum 9. August führt zudem die Naturwacht Rühstädt jeweils freitags um 14 Uhr eine kostenlose Storchenführung für spontane Besucher ohne Anmeldung durch (Spende erwünscht). Treffpunkt ist ebenfalls vorm Besucherzentrum. Unter fachkundiger Begleitung durch die Ranger erleben die Teilnehmer die Aufzucht der Jungen in Deutschlands größter Storchenkolonie und haben die Vögel vom Balkon des alten Speichers fest im Blick.

Einen direkten Blick ins Storchennest können Besucher per Live-Kamera im NABU-Besucherzentrum Rühstädt genießen, denn auf dem Dach nisten zwei Storchenpaare. Zudem zeigen mehr als 30 Kurzvideos die besten Szenen aus dem Storchenleben auf dem Dach. Noch mehr Wissen und spannende Einblicke in das Leben der Weißstörche ermöglicht die NABU-Ausstellung „Weltenbummler Adebar“ im Besucherzentrum Rühstädt. „Die Besucher sehen, was den Störchen außer Fröschen sonst noch schmeckt, wo Adebar im Winter steckt und welche Abenteuer er auf dem Zugweg bestehen muss“, so Mike Laskewitz.

 
 
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