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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Topthema
Traumziel Baja California
08.10.2019

Die Reise zur Baja California im Nordwesten Mexikos ist alles andere als ein Katzensprung. Doch sie lohnt sich auch für Vogelfreunde. Neben interessanten durchziehenden und überwinternden Arten lassen sich auch endemische Arten beobachten, die allein schon die lange Anreise wert sind. Optimale Reisezeit ist von Oktober bis März.

 Die Stadt San José del Cabo am Südende der 1200 Kilometer langen und 150 Kilometer breiten Halbinsel Baja California ist ein empfehlenswerter Zielflughafen für Vogelfreunde aus Europa, Startpunkt für eine unvergessliche Reise in eine beeindruckende Natur. Charakteristisch für diesen Naturraum sind kakteenbestandene Wüsten, Gebirgszüge und artenreiche Küstensäume.

Vogelarten. Baja hat unter Botanikern den Ruf eines Kakteengartens mit 120 Arten, von denen 50 endemisch sind. Die größte Kakteenart, der Cardón, beherbergt einige ornithologische Kostbarkeiten der Sonorawüste Bajas. Der Cardón wächst bis zu 20 Meter in die Höhe und kann ein Gewicht von über 10 Tonnen erreichen. In dieses Hochhaus zimmert der Gilaspecht seine Höhle und schafft nachfolgend Wohnraum für den Elfenkauz und den Kaktuszaunkönig. Ein Charaktervogel dieser Landschaft ist auch der berühmte „Roadrunner“, der Rennkuckuck. Daneben finden sich Helmwachtel, Sperlingstäubchen und der Nationalvogel Mexikos, der auch unter dem Namen Geierfalke bekannte Karakara. Die Kanincheneule bewohnt Erdlöcher und kann oft auch tagsüber beobachtet werden. Truthahngeier kreisen in großer Zahl über der Kakteenwüste.

Im Winter bis in den März hinein lassen sich viele dort durchziehende oder überwinternde amerikanische Vogelarten, die gelegentlich als Irrgäste nach Europa gelangen, beobachten. Dazu zählen etwa die Brillenente, beide amerikanischen Schlammläufer, Großer und Kleiner Gelbschenkel sowie der Drosseluferläufer. Da kann sich der Vogelbeobachter schon einmal die typischen Kennzeichen und Verhaltensmuster einprägen und ist für ein „Wiedersehen“ zuhause gewappnet.

Hier trifft der Birder auch auf zahlreiche typische Bewohner der amerikanischen Westküste wie Amerikanischer Austernfischer, Bergstrandläufer, Heermannmöwe und Westmöwe. Während die Schmuckseeschwalbe erst im Frühjahr aus südlichen Winterquartieren eintrifft, ist die Gelbfußmöwe, eine endemische Art für Mexiko, das ganze Jahr über an der Küste Bajas anzutreffen.

Neben den häufigen Braunen Pelikanen sieht man regelmäßig Blaufußtölpel und Brauntölpel. Prachtfregattvögel beherrschen den Luftraum entlang des gesamten Küstenstreifens. Vor allem im Süden der Halbinsel sind Fischadler geradezu häufig und brüten vielfach auf für sie hergerichteten Brutplattformen. Reiher sind häufig; Dreifarbreiher, Blaufußreiher und selbst der seltenere Cayenne-Reiher sind in den Feuchtgebieten entlang der Küste unschwer zu finden.

Endemische Arten. Baja beherbergt auch einige endemische Vogelarten, wobei sich Experten über deren Einordnung als Art teilweise streiten. So ist die Klassifizierung des Hoskins-Sperlingskauzes als eigenständige Art keineswegs allgemein anerkannt – es handelt sich wahrscheinlich nur um eine Unterart des nordamerikanischen Sperlingskauzes (Glaucidium gnoma).

Die Evolution ist nun einmal ein laufender Prozess und eröffnet somit vielfältige Möglichkeiten, sich mit der „Entdeckung“ neuer Arten zu befassen. Freudig wird dies von vielen „Listkeepers“ unter den Ornithologen angenommen, denn die Liste wird dadurch ja „automatisch“ länger. Sind Ornithologen noch in den 1970er-Jahren von gut 8000 bezifferten Vogelarten ausgegangen, nähert man sich jetzt rasant der Zahl 14 000, mit berechtigter Hoffnung dort auch bald anzukommen. Das Aufspalten in neue Arten am Grünen Tisch, von den Amerikanern „Splitting“ genannt, hat in den letzten Jahren so richtig Fahrt aufgenommen.

Keine Diskussion über den Artstatus gibt es bei zwei im Süden beheimateten Vogelarten: dem Schwarzstirnsaphir, einem Kolibri, sowie der Mausspottdrossel. Beide bewohnen die ariden Bereiche an der Südspitze der Halbinsel um die Orte Miraflores, San José del Cabo und Cabo San Lucas. In diesen Biotopen finden wir gelegentlich auch die Veilchenkopfelfe, eine weitere Kolibriart. Schopfkarakaras sind auch hier nicht selten, und in den verbliebenen Schilfgebieten am Süßwasser bestehen gute Chancen, das Beldinggelbkehlchen zu finden. Es wird als eigenständige Art gegenüber dem in ganz Nordamerika verbreiteten, jedoch sehr ähnlichen Gelbkehlchen geführt. Die Mangrove wird von einer Unterart des Schnäpperrohrsängers besiedelt, der sich durch einen braunroten Kopf recht deutlich abhebt. Auch die lokale Form der weit verbreiteten Wanderdrossel, die in den Bergen Bajas vorkommende San Lucas Wanderdrossel, unterscheidet sich durch ein wesentlich blasseres Gefieder deutlich, behält jedoch ihren Status als Unterart und ist keine eigene Art. Der ebenfalls in den Bergen beheimatete Baird-Rotrückenjunko bleibt ebenso vorerst eine Unterart des Rotrückenjunkos, obwohl manche Ornithologen ihn als „possible split“ schon mal vorsorglich getrennt in der Liste vermerken.

Auf dem Meer. Ein besonderes Erlebnis ist das „Pelagic Birding“: Wer nicht seefest ist, nimmt ein Medikament gegen Seekrankheit, und los geht´s. Eine Bootsfahrt auf das Meer hinaus kann von nahezu allen Hafenstädten aus organisiert werden. Die Belohnung ist gewiss: Schwarzsteiß- und Rosafuß-Sturmvögel, Keilschwanz- und Dunkle Sturmtaucher, Schwarzwellenläufer, Zwergsturmschwalbe, Rotschnabel-Tropikvögel, diverse Skuas (inklusive der Südpolarskua) und seltene Alken wie etwa Lummenalk und Craverialk. Wer sich noch weiter auf das offene Meer hinaus wagt, hat sehr gute Chancen, Laysan- und Schwarzfußalbatrosse anzutreffen, die gelegentlich nahe am Boot auf das Wasser niedergehen und sich aus geringer Entfernung beobachten lassen. Selbst die gesuchten Schwalbenmöwen werden regelmäßig in den Gewässern vor Baja gesehen.

 
 
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