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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Saatkraehen im Wandel der Zeit
04.03.2020

120 Jahre Bestandsentwicklung der Saatkrähe in Niedersachsen zeichneten Thorsten Krüger und Ko-Autoren von der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung nach.

Bis zum Ende der 1970er-Jahre wurden Saatkrähen als Landwirtschaftsschädlinge betrachtet und stark verfolgt. Thorsten Krüger und Ko-Autoren von der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung (NOV) und vom DDA zeichnen nun anhand eines einzigartigen Datensatzes nach, wie Verfolgung und Schutz die Bestandsentwicklung der Art über die vergangenen 120 Jahre gesteuert haben.

Die erste Synchronzählung aller Saatkrähenkolonien in Niedersachsen fand bereits 1898 statt. Damals brüteten mindestens 30.000-35.000 Paare im Bundesland. Bis zu Beginn der 1950er Jahre war der Bestand auf nur mehr 2.000 Paare gesunken – schuld waren Abschuss, Vergiftung und die systematische Zerstörung der Kolonien. Die Vögel wurden in dieser Zeit vorsichtiger, die Kolonien kleiner.

Die Unterschutzstellung der Art im Jahre 1977 wirkte sofort: Die niedersächsische Teilpopulation erholte sich, die durchschnittliche Koloniegröße stieg. Bis 2017 war der Brutbestand fast wieder auf das Niveau von 1898 angewachsen. Der Anstieg fand statt, obwohl seit der Unterschutzstellung fast 50% der Wiesen und Weiden in Niedersachsen in Ackerland umgewandelt wurden, und das verbliebene Grünland in industriell genutzte „Grasäcker“ umgewandelt wurde. Damit gingen der Saatkrähe traditionell zur Nahrungssuche genutzte Flächen verloren, sie konnte sich an geänderte landwirtschaftliche Nutzungen anpassen. Die Bejagung war also offenbar der wichtigste Faktor gewesen, der die Häufigkeit der Art steuerte.

Die Geschichte der Saatkrähe steht stellvertretend für viele weitere Vogelarten, die durch intensive menschliche Verfolgung sehr selten geworden waren und deren Bestände sich seit der Unterschutzstellung in den 1970er Jahren wieder erholen konnten, wie viele Greifvögel oder der Schwarzstorch. Selten jedoch liegen so akribisch wie hier zusammengetragene, vergleichbare Datenreihen über mehr als ein Jahrhundert vor, die diesen Prozess dokumentieren.

An Standorten von Saatkrähenkolonien bestehen heute weniger Konflikte mit der Landwirtschaft, dafür werden die Vögel wegen ihres permanenten Gekrächzes in der Kolonie oft als störend empfunden. Der Konflikt wird mancherorts bereits wieder durch Vertreiben der Vögel gelöst, und Forderungen nach einer Lockerung des gesetzlichen Schutzes werden laut.

 
 
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