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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Dokumentarfilm Die Wiese – Ein Paradies nebenan bei ARTE TV
18.08.2020

Im vorigen Jahr hat der Naturfilm „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ von Jan Haft die Zuschauer in den Kinos begeistert, nun wird er im Fernsehen gezeigt. Der von der Deutschen Wildtier Stiftung in Auftrag gegebene Dokumentarfilm zeigt eindrucksvoll die vielfältige Tierwelt artenreicher Wiesen - und warum dieser Lebensraum bedroht ist. Verpassen Sie nicht einzuschalten: am Donnerstag, den 20. August, um 20.15 Uhr auf Arte!

In den Artenschutzprojekten der Deutschen Wildtier Stiftung geht es um ganz unterschiedliche Tiere: Schreiadler, Rebhuhn, Wildbienen und viele andere. So verschieden diese Arten sind, haben sie doch etwas gemeinsam. Diese und viele andere heimische Arten benötigen einen Lebensraum, der immer seltener wird: artenreiche Wiesen. Der Verlust solcher Biotope aus Wildkräutern, Blumen und Gräsern ist eine Hauptursache für das Verschwinden kleiner und großer Wildtiere.

Leider ist diese Problematik vielen Menschen unbekannt. Sie sehen die grünen oder durch Löwenzahnblüten gelb getupften Landschaften und bemerken nicht, dass darin etwas fehlt. Das Grünland ist größtenteils ökologisch verarmt. Oftmals besteht es nur noch aus einer Sorte Futtergras. Es sind keine bunten Wiesen mehr sondern Grasäcker. Das muss sich ändern! Doch um das Problem zu verstehen, müssen Menschen erst einmal den Lebensraum Wiesen kennenlernen.

Dies geht am besten, wenn sie in den Mikrokosmos Wiese eintauchen. Deshalb hat die Deutsche Wildtier Stiftung den Naturfilmer Jan Haft gebeten mit den technischen Mitteln eines modernen Dokumentarfilms die sechsbeinigen, vierbeinigen und geflügelten Bewohner artenreicher Wiesen vorzustellen. DIE WIESE – EIN PARADIES NEBENAN zeigt aber auch, warum dieser Lebensraum so bedroht ist.

Die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Das meiste davon ist Ackerland, auf dem unsere Nahrungsmittel, Tierfutter und Energiepflanzen wachsen. Etwa ein Drittel der Agrarfläche (4,7 Millionen Hektar) ist Grünland, also das, was umgangssprachlich „Wiese“ oder „Weide“ genannt wird.

Dieses Grünland wurde in der Vergangenheit vielfach in Äcker umgewandelt. Seit 1990 sind rund 600.000 Hektar Grünland zu Ackerland geworden. Die Gründe dafür waren die besseren Einnahmemöglichkeiten durch den Anbau von Getreide, Veränderungen in der Nutztierhaltung und politische Impulse zur Erzeugung von Energiepflanzen, vornehmlich Mais, für Biogasanlagen.

Dem Umbruch von Grünland hat die Landwirtschaftspolitik mittlerweile enge Grenzen gesetzt. Daher ist das Problem heute weniger der quantitative Verlust von Grünland, sondern die – aus Sicht der Wildtiere – qualitative Verschlechterung. Denn die verbleibenden Wiesen wurden größtenteils in Hochertragsgrünland umgewandelt. Solche Grasäcker werden bis zu fünfmal pro Jahr gemäht. Die Nester am Boden brütender Vögel kommen dabei unter die Räder ebenso wie Amphibien und Reptilien. Häufig wird auch der Nachwuchs von Säugetieren wie Feldhase und Reh beim Mähen getötet.

Durch zu reichliche Düngung wächst das Futtergras üppig und dicht. Dies schafft ein feuchtkaltes Bodenklima, in dem kaum Insekten überleben können. Denn sie brauchen Wärme und Trockenheit. Auch die meisten Wildpflanzen können auf „Grasäckern“ nicht existieren. Eine Ausnahme bildet der Löwenzahn, der bei Überdüngung gut gedeiht.

Der Wandel des Grünlandes hat weitreichende Folgen für die Tierwelt. Die einst typische Fauna der Agrarlandschaft verschwindet. Schmetterlings- und Wildbienenarten werden seltener. Vogelarten der Feldflur, die noch vor kurzem häufig waren, existieren mittlerweile nur noch in Restbeständen. Bei manchen beträgt der Verlust mehr als 90 Prozent. Unter den Verlierern sind auch bekannte Arten wie Kiebitz und Feldlerche.

 
 
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