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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Vogelgrippe an Nordseeküste
11.12.2020

Die Vogelgrippe scheint wieder auf dem Vormarsch, wie eine Meldung des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten mitteilt.


Vor allem an der Westküste Schleswig-Holsteins werden in den letzten Wochen vermehrt tote Vögel gefunden. Bei vielen Millionen Vögeln, die das Wattenmeer alljährlich nutzen, sind verendete Tiere keine Seltenheit, doch in der aktuellen Dimension besorgniserregend. Grund ist der Ausbruch der Vogelgrippe, dem inzwischen viele Tausend Wildvögel zum Opfer gefallen sind.

Die Verbreitung erfolge nach derzeitigem Kenntnisstand offenbar unter anderem über den Kot der Tiere. Auch wenn Greifvögel oder Möwen an Aas fressen, kann das Virus übertragen werden. Um Infektionsketten im Kampf gegen die Vogelgrippe zu unterbrechen, sind Mitarbeiter des Nationalparks in Schutzanzügen laufend mit dem Einsammeln der Kadaver beschäftigt. Eine Übertragung auf Hausgeflügelbestände soll bestmöglich vermieden werden. In mehreren Geflügelhaltungen wurde das Virus bereits nachgewiesen. Es gebe derzeit aber keine Hinweise darauf, dass sich auch Menschen infizieren können.

Im Bereich der schleswig-holsteinischen Westküste wurden seit dem Ende Oktober rund 11.000 tote Wat- und Wasservögel registriert und täglich kommen neue dazu.  Beim aktuellen Ausbruch wurden bislang bereits mehr als doppelt so viele Fälle verzeichnet, wie zum Geflügelpestgeschehen in den Jahren 2016/17.

Im Sommer 2020 wurde das Virus HPAIV H5 im südlichen Sibirien und Kasachstan entdeckt. Inzwischen sind Fälle aus Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Irland und Frankreich bestätigt worden. Hierzulande stammen die Funde überwiegend aus dem Bereich der schleswig-holsteinischen Wattenmeerküste und der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern. Vereinzelte Nachweise gibt es inzwischen aber auch aus anderen Bundesländern. Bei eintretendem Frost ist nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts mit einer weiteren Verlagerung des Infektionsgeschehens ins Binnenland und weiter nach Südeuropa zu rechnen, da viele Wasservogelarten Kälteflüchter sind und dann eisfreie Gewässer weiter südlich aufsuchen.

Unnormale Verhaltensweisen (z.B. unkoordiniertes Kopfkreisen) und Totfunde von Wildvögeln sollten umgehend den Veterinärbehörden zur Bergung und Untersuchung gemeldet werden. Nur so lassen sich Infektionsketten durch aasfressende Vögel verhindern. Das Einsammeln und Beproben organisiert aus Seuchenschutzgründen das Veterinäramt. Die Dokumentation der betroffenen Arten sollte, wo möglich, in enger Kooperation mit den Naturschutzbehörden erfolgen, um das Geschehen in Zusammenhang mit dem Auftreten und Bewegungen von Vogelpopulationen zu werten.

Der Text des DDA, der die Basis für den hier dargestellten Beitrag bildet, wurde von Hans Glader erstellt, der dafür auch das Copyright besitzt.

 
 
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