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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Rund 300 überwinternde Weissstörche in Bayern gemeldet
11.02.2021

Trotz des erneuten Wintereinbruchs mit starkem Schneefall wurden dem LBV zu den  langjährig bekannten „Winterstörchen“ neue Beobachtungen von ersten Rückkehrern aus dem Winterquartier gemeldet. So sind zum Beispiel gleich mehrere Nester in Uehlfeld und den Nachbarorten im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim schon besetzt.

Den LBV erreichen deshalb zahlreichen Anrufe von Menschen, die sich Sorgen machen, dass Schnee und Kälte für viele Vögel und gerade für Störche problematisch sein könnten. „Die großen Vögel sind durch ihr relativ dickes Gefieder gut geschützt und kommen gut ein bis zwei Wochen mit wenig oder sogar ganz ohne Nahrung aus“, erklärt die LBV-Weißstorch-Expertin Oda Wieding.Kleinere Vogelarten wie Blaumeise, Haussperling und Rotkehlchen sind stärker von den eisigen Temperaturen betroffen. Für diese Vögel kann eine gut gefüllte Futterstelle im Garten die ideale Unterstützung sein, um neue Energie zu tanken.
Die überwinternden Störche finden genug Nahrung wie Mäuse und kleine Fische. Ähnlich wie die Weißstörche in den südlichen Winterquartieren suchen die Vögel auch bei uns Müllkippen und Kompostanlagen mit entsprechendem Mäuseangebot auf. Hierzu nehmen sie auch Strecken von bis zu 30 Kilometern in Kauf, da sie im Winter kein Nest und Revier verteidigen müssen. „Und wenn es doch Minusgrade gibt, haben Vögel ihre ‚Daunenjacke‘ ja bereits an und legen sich nachts zum Beine wärmen auch mal hin“, erklärt Wieding.
Neben den rund 300 schon seit Jahren in Bayern überwinternden Störchen werden in den vergangenen Tagen bereits mehrere vorzeitig zurückgekehrte Störche zum Beispiel aus Spanien gemeldet. „Diese nehmen auf den Rückflug die zunehmend ungünstiger werdende Witterung in Kauf, um sich in Bayern rechtzeitig die besten Brutplätze zu sichern“, sagt die LBV-Expertin. Sollte es über einen längeren Zeitraum kalt bleiben, könnten einige dieser Frühankömmlinge auch nochmal eine Winterflucht, wie zum Beispiel in Richtung Bodensee, antreten.
Anders als die großen Vögel wie Weißstörche brauchen unsere kleinen Singvögel mit weniger Körpervolumen jeden Tag Futter. Wer eine Futterstelle im Garten betreibt, an die sich die umliegenden Gartenvögel gewöhnt haben, sollte diese jetzt kontinuierlich füllen. Ansonsten kostet ein vergeblicher Anflug Arten wie Meisen, Sperlingen oder Finken nur unnötig Kraft.
Umfangreiche Informationen zum Thema Vogelfütterung auch unter www.lbv.de/fuettern.

Foto: Ralph Sturm, LBV-Bildarchiv

 
 
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