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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Besendertes Rotmilanweibchen tot in Frankreich aufgefunden
19.02.2021

In der Gemeinde Champagnant wurde Anfang Januar ein toter Rotmilan mit einem Telemetrie-Sender aufgefunden. Mit der Unterstützung der französischen Vogelschutzorganisation LPO konnte der Rotmilan anhand der Seriennummer des Senders identifiziert werden.

Es handelt sich um den Patenvogel des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) namens Ingrid. Ingrid wurde 2015 durch den DDA und unsere Partner im Rahmen des Projekts „Rotmilan – Land zum Leben“ in Nordsachsen besendert. Der Fundort liegt im Bereich der bisherigen Zugrouten zwischen Nordsachsen und ihrem Winterquartier südlich von Léon im Nordwesten Spaniens, welches sie in den Winter 2015/16, 2016/17 und 2018/19 aufsuchte. Den Winter 2017/18 verbrachte das Rotmilanweibchen hingegen in der Nähe von Arraute-Charritte am Fuß der Pyrenäen in Südfrankreich.


Der tote Vogel wurde in Frankreich veterinärmedizinisch untersucht und ein toxikologischer Bericht erstellt. Das traurige Ergebnis: Ingrid ist an einer Brodifacoum-Vergiftung gestorben. Brodifacoum ist ein sehr starkes Rodentizid, das zur Bekämpfung von Nagetieren eingesetzt wird und mit einer Konzentration von 130 ng/g in der Leber des toten Vogels nachgewiesen wurde. Rotmilane und andere Greifvögel können sowohl Vergiftungen durch den Verzehr von illegal ausgelegten Giftködern, als auch Sekundärvergiftung durch den Verzehr eines vergifteten Tieres durch die Schädlingsbekämpfung erleiden.
Beide Ursachen stellen eine wesentliche Gefährdung für Rotmilane dar, über die allerdings noch zu wenig bekannt ist. Ein kürzlich veröffentlichter Artikel  von Alexander Brady und anderen (2020) zeigte, dass Rodentizid- und Insektizid-Vergiftungen auch in Deutschland regelmäßig bei Greifvögeln vorkommen und vermutlich zu einer höheren Sterblichkeit bei Rotmilanen beitragen.
Eine Ermittlung zum Tod von Ingrid wurde in Frankreich durch das Office français de la biodiversité eingeleitet. Auch in dem neu gestarteten LIFE-Projekt EUROKITE beteiligt sich der DDA, zusammen mit vielen weiteren Vogelschutzorganisationen, um europaweit die Todesursachen von Rotmilanen mithilfe von Telemetriedaten näher zu untersuchen und einen langfristigen Schutz der Art zu gewährleisten.

Der Sender von Ingrid konnte geborgen werden und es wird aktuell untersucht, ob die Daten des Senders noch ausgelesen werden können. Nach einigen Jahren kann die Funktion des mit Solarstrom geladenen Senders beeinträchtigt sein. Der DDA hofft, dass eine erneute Auslesung von Positionsdaten möglich ist und wir mehr über den Aufenthalt von Ingrid seit der letzten Senderauslesung 2019 erfahren! Insbesondere die Aufenthaltspunkte aus der Zeit unmittelbar vor dem Tod könnten dabei helfen, die Ermittlungen in Frankreich zu unterstützen.

Weitere Informationen unter
Veröffentlichung Alexander Brady – zum kostenlosen Download:


 
 
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