Akzeptieren

Wir verwenden Cookies um verschiedene Servicedienste anzubieten und diese laufend für Sie zu verbessern. Informationen dazu finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Mit der Nutzung unserer Internetseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Studienergebnisse zum aktuellen Stand der Artenkenntnis in Bayern
23.06.2021

Neben dem ungebremsten Rückgang der Artenvielfalt ist auch die Kenntnis um unsere heimischen Arten vom Aussterben bedroht. Dies zeigt eine aktuelle Befragung der bayerischen Bevölkerung durch Studierende der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) im Auftrag des LBV.

Das Fazit der beiden HSWT-Studenten Benjamin Schmid und Pirmin Enzensberger: Erwachsene im Freistaat erkennen weniger als die Hälfte der heimischen Gartenvögel und können diese auch richtig benennen. „Was sich schon bei den Kindern andeutete, zeigt diese erste, repräsentative forsa-Studie über die Artenkenntnis bei Erwachsenen noch einmal sehr deutlich: Je jünger die Altersgruppen der Erwachsenen sind umso geringer die Artenkenntnis“, so Prof. Volker Zahner, Wildtierökologe der HSWT. Die beiden Studenten fanden zudem heraus, dass Gartenbesitzer*innen und Mitglieder von Umwelt- und Naturschutzverbänden eine höhere Artenkenntnis besitzen. „Die Studie zeigt klar, dass Naturschutzverbänden wie dem LBV eine wichtige Rolle zufällt, diesem Negativtrend des Verlustes der Artenkenntnis in der Bevölkerung entgegenzuwirken“, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

Eine repräsentative forsa-Studie zur Artenkenntnis an 1.003 Teilnehmenden aus Bayern im Alter von 18 bis über 60 Jahren bestätigt, dass vor allem die jüngere Bevölkerung nur noch wenige Vogelarten kennt. „Durchschnittlich erkannten Teilnehmende der Onlinebefragung sechs von 15 Arten, also 40 Prozent, und konnten diese auch richtig benennen. Dabei punkteten hauptsächlich die über 60-Jährigen“, so Benjamin Schmid und Pirmin Enzensberger. Insgesamt erkannten nur fünf von 1.003 Befragten alle 15 Vogelarten, 45 erkannten keinen einzigen Vogel. Die Studie war an den so genannten BISA-Test angelehnt, bei dem bayerische Kinder und Jugendliche aus allen Schularten im Schnitt nur vier der 15 häufigsten einheimischen Singvogelarten benennen konnten. Dieser wurde 2007 von Prof. Volker Zahner und 2018 von Thomas Gerl durchgeführt (siehe auch PM 107-28 des LBV vom 13.12.2018).

Selbst die häufigsten Vogelarten in den bayerischen Gärten, wie sie bei der Zählung zur Stunde der Garten- und Wintervögel erfasst werden, konnten von dieser Stichprobe der bayerischen Bevölkerung nicht richtig benannt werden. Der Buchfink, der in gut einem Drittel aller bayerischen Gärten vorkommt, wurde nur von jedem zehnten Teilnehmenden richtig erkannt. Der kleine Erlenzeisig, der vor allem im Winter oft in großer Zahl auftritt, erzielte mit Abstand die geringste Bekanntheit. Einzig die Amsel erfreut sich einer hohen  Bekanntheit.

Die Studie der Studierenden zeigt auch: Teilnehmende, die Zeit im Garten verbringen, und sich in der Natur aufhalten, schnitten bei der Befragung zur Artenkenntnis deutlich besser ab. Sie erkannten im Schnitt 1,5 Vogelarten mehr als Teilnehmende ohne Bezug zur Natur. „Dem Lebensraum Garten kommt eine immer bedeutendere Rolle im Siedlungsgebiet zu. Einerseits schafft eine naturnahe Gestaltung unserer Gärten wichtige Rückzugsorte für Wildtiere, andererseits zeigt diese Studie, dass Gärten ein wichtiger Ort für Menschen sind, heimische Arten kennenzulernen und Naturerfahrungen zu sammeln“, sagt der LBV-Vorsitzende weiter.

Mehr zur Studie unter:
www.lbv.de

Foto Erlenzeisig: Dr. Christoph Moning, LBV-Bildarchiv

 
 
zurück zur Übersicht
 

 

Aktuelles Heft

Inhalt Bestellung
Online im aktuellen Heft bl�ttern

vögel auf facebook und twitter


Vögel - Der Online-SHOP


Bild des Monats

 

   © 2021 dwj Verlags-GmbH    Impressum   Datenschutz   Verlag   |   Produktion: www.querformat.info