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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Geschützte Greifvögel mit mit Carbofuran vergiftet
29.06.2021

Wie LBV und Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) berichten, haben Kriminelle in den Landkreisen Landsberg am Lech, Dillingen, Fürstenfeldbruck, Bad Kissingen, Schwandorf, Roth, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Ansbach, Cham, Kitzingen, Rhön-Grabfeld, Main-Spessart und Weißenburg-Gunzenhausen Giftköder ausgelegt, um möglicherweise gezielt Greifvögel zu töten.

Das ist das Ergebnis aktueller Untersuchungen am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und am Institut für Veterinärpharmakologie der LMU. Von 18 in jüngster Vergangenheit untersuchten Vögeln, deren Organe nach einer pathologischen Untersuchung auch toxikologisch analysiert wurden, waren 13 mit illegalem Nervengift belastet. Bayernweit werden also nach wie vor Greifvögel mit dem seit 2007 in der EU verbotenen Insektizid Carbofuran vergiftet. 

 

Unter den 18 Vögeln, die in Unterfranken, Mittelfranken, Oberbayern, Schwaben und der Oberpfalz in diesem Jahr gefunden wurden, waren sieben Rotmilane, sechs Mäusebussarde, zwei Habichte, ein Schwarzmilan, ein Kolkrabe und ein Wanderfalke. Besonders verwundert die Naturschützer*innen der Fall in Landsberg am Lech, wo erstmals ein Wanderfalke betroffen war. „Wie ein Greifvogel, der ausschließlich seine Beute im Flug fängt und kein Aasfresser ist, an einer Vergiftung durch Carbofuran sterben kann, erscheint uns kaum erklärlich. Hier könnte man nur auf eine präparierte lebende Brieftaube spekulieren“, so Andreas von Lindeiner, LBV-Beauftragter für Naturschutz. 

 

Das von LBV und GLUS zur Bekämpfung von illegaler Wildtierverfolgung ins Leben gerufene Projekt „Tatort Natur“ gewinnt an Bekanntheit. So werden den Naturschützer*innen immer mehr Fälle insbesondere von tot aufgefundenen Greifvögeln gemeldet. Im Jahr 2021 sind es bereits mehr als 60 Fälle. Wurde eine Vergiftung nachgewiesen, wurde in den letzten Jahren fast immer das hochtoxische Insektizid Carbofuran eingesetzt, das bereits bei Hautkontakt als Nervengift wirkt und selbst in geringen Dosen zu Krämpfen führt. 

 

LBV und GLUS fordern die Polizei und Staatsanwaltschaften deshalb auf, derartige Fälle ernst zu nehmen und auch im Zweifelsfall Ermittlungen bereits am Fundort aufzunehmen. Immer wieder passiert es, wie auch in den jetzt vorliegenden Fällen, dass die Fundorte nicht von der Polizei kriminalistisch untersucht werden und so mögliche Hinweise auf Täter verloren gehen. 

 

Die Aufklärung illegaler Tiertötungen ist schwierig, deshalb hoffen LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung auf Hinweise aus der Bevölkerung. „Spaziergänger, die einen toten Greifvogel, Eule, Storch und Reiher oder Fleischreste, Eier oder Geflügelteile auf einer Wiese oder im Feld finden, sollten dies der Polizei und zusätzlich online unter www.tatort-natur.de melden“, erklärt Andreas von Lindeiner. 

 


 

 
 
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