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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Topthema
LBV und NABU rufen zur Wahl des Vogel des Jahres auf
07.10.2021

Auch der Vogel des Jahres 2022 wird ein öffentlich gewählter sein. Diesmal können Bürgerinnen und Bürger unter fünf Arten, die LBV und NABU vorab bestimmt haben, wählen. Ins Rennen gehen Bluthänfling, Feldsperling, Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf.

Jeder dieser Vögel steht für ein Naturschutzthema, das unsere Aufmerksamkeit braucht. So stehen mit der Mehlschwalbe, dem Steinschmätzer und dem Wiedehopf gleich drei Zugvogelarten auf der Liste. Zugvögel leiden besonders stark unter dem Klimawandel, da sie auf intakte Verhältnisse an mehreren Orten der Welt angewiesen sind.

 

Die Mehlschwalbe hat als Insektenfresser und Gebäudebrüter zwei Probleme, die ihren Bestand gefährden: Durch das Insektensterben hat sie weniger Nahrung zur Verfügung. Zudem werden ihre Nistplätze etwa bei Gebäudesanierungen entfernt. Ihr Wahlkampfslogan lautet darum: „Mieterschutz für Vögel!“

 

Der Steinschmätzer ist wie die Mehlschwalbe ein Langstreckenzieher. Vom Aussterben bedroht ist diese Art bei uns, weil sie immer weniger Lebensraum zur Verfügung hat. Der Steinschmätzer kommt in Bayern nur im alpinen Raum vor, wo er offenes, vegetationsarmes Gelände findet“, erklärt der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer. Darum geht er mit dem Slogan „Mut zur Brache!“ ins Rennen.

 

Der Wiedehopf ist mit seinem langen Schnabel und seinen orangefarbenen Scheitelfedern der optisch spektakulärste Kandidat. Er lebt ausschließlich in besonders warmen Gegenden in Deutschland, etwa am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg. Bayern ist für diesen Vogel ein wichtiges Durchzugsgebiet. „Die Art wäre deutlich häufiger, wenn es mehr halboffene Landschaften mit vielen Insekten gäbe, wie Weideflächen oder pestizidfreie Weinberge“, so Norbert Schäffer. Der Wahlkampfspruch des Wiedehopfs heißt: „Gift ist keine Lösung!“

 

Den Feldsperling dürfte jeder und jede schon einmal gesehen haben. Die Spatzenart hat nach der Brutzeit ein ausgeprägtes Sozialverhalten, die Vögel versammeln sich dann gern in Sträuchern. Der Feldsperling brütet in Baumhöhlen oder Nistkästen und fordert auch deshalb: „Ohne Gehölz, ohne mich!“

 

Der Bluthänfling ist eine kleine Finkenart mit roter Brust und einer Vorliebe für vegetarische Kost, wie Körner, Samen und Früchte. Sein Bestand ist gefährdet, weil er in monotonen Ackerlandschaften keine Heimat findet. Er fordert für seinen Brutplatz: „Mehr Hecken zum Verstecken!“

 

Teilnahme unter www.vogeldesjahres.de. Bis zum Vormittag des 18. November kann abgestimmt werden. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben.


Foto: Steinschmätzer/Rosl Rösner/ LBV-Bildarchiv


 
 
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