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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Zwergschwäne aus NABU-Projekt geschossen
23.12.2021

Zwei im Zuge des Projektes Zwergschwan im Naturschutzgebiet Dersuweer Moor freigelassene Schwäne wurden kurz darauf in Meppen tot aufgefunden. Beide Vögel wiesen Schusswunden auf.

Im Zuge des Projektes „Zwergschwan: Schutzkonzept für eine bedrohte Zugvogelart in Deutschland“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt hat das Michael-Otto-Institut im NABU vergangene Woche nahe Meppen im Landkreis Emsland Zwergschwäne besendert und diese auf offenen Wasserflächen im Naturschutzgebiet Dersuweer Moor freigelassen.

 

Am darauffolgenden Wochenende zeigten die Senderdaten einiger Zwergschwäne plötzlich auffällige Muster, die auf eine massive Störung schließen ließen. Zwei der Sender konnten in einem bewohnten Gebiet von Meppen lokalisiert werden. Dort wurden am Sonntag im Beisein der Polizei beide Tiere tot geborgen. Die Schwäne wiesen Schussverletzungen auf, die auf jagdliche Aktivitäten zurückzuführen sind.

 

Der Zwergschwan ist im Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie gelistet. Zwergschwäne dürfen in der EU nicht bejagt werden.Dazu NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Das Töten von streng geschützten Arten ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Diese muss mit aller Konsequenz verfolgt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass durch das illegale Töten der Bestand geschützter Arten zusätzlich unter Druck gerät.“

 

Auch Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen, zeigt sich empört über diesen Vorfall: „Es kann nicht sein, dass streng geschützte und bedrohte Arten wie der Zwergschwan in einem Naturschutzgebiet geschossen werden!“ Vorbehaltlich der strafrechtlichen Ermittlungen, die den genauen Hergang noch offenlegen müssen, sieht Dr. Buschmann dennoch schon jetzt die Politik – im speziellen Landwirtschafts- und Umweltministerium, welche ebenfalls Fördergeber des Zwergschwan-Projektes sind – in der Pflicht, solche Situationen durch Änderungen im niedersächsischen Jagdgesetz zukünftig zu vermeiden. „Dazu gehört, dass auch der Höckerschwan, der mit Zwerg- und Singschwan verwechselt werden kann, als jagdbare Art aus dem Jagdgesetz gestrichen werden muss. Ähnliche Fälle zwischen schwer zu unterscheidenden Gänsearten wie Bläss- und Zwerggans bestätigen diese Problematik.“

 

 
 
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