Akzeptieren

Wir verwenden Cookies um verschiedene Servicedienste anzubieten und diese laufend für Sie zu verbessern. Informationen dazu finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Mit der Nutzung unserer Internetseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Zahlreiche vergiftete Greifvögel im Landkreis Coburg gefunden
21.06.2022

Im Landkreis Coburg sind zahlreiche vergiftete Greifvögel und Köder in unmittelbarer Nähe zueinander gefunden worden. Der Täter hat dabei das für Kinder und Hunde besonders gefährliche und verbotene Kontaktgift E605 verwendet.

Am 22. April fanden zwei Aktive der Kreisgruppe Coburg bei Freilandarbeiten in der Gemeinde Meeder auf einem Acker zwischen Oettingshausen, Ottowind und Großwalbur eine tote Rohrweihe. Als der zuständige Jagdpächter einen Tag später fast am gleichen Ort vier weitere tote Rohrweihen und ein totes Huhn meldete, dessen Gefieder mit einer blauen Substanz eingefärbt war, verständigten die Naturschützer die Polizei und stellten Strafanzeige. „Die blaue Substanz deutete darauf hin, dass die Henne mit dem längst verbotenen Gift E605 als Köder präpariert wurde. Dieses verbotene Gift, eigentlich ein Insektizid, ist mit einer blauen Warnfarbe versetzt“, sagt Frank Reißenweber, Erster Vorsitzender unserer LBV-Kreisgruppe Coburg.

Die Polizei fand eine weitere tote Henne mit der verdächtigen blauen Substanz, in der Nähe noch eine tote Rabenkrähe und eine weitere Rohrweihe. Zirka drei Kilometer entfernt in einem anderen Ortsteil der Gemeinde Meeder wurde zeitgleich ein toter Rotmilan gefunden.  „Im Schnabel zweier Tiere befanden sich noch Reste des Köderhuhns. Das Gift kann binnen Sekunden über die Schleimhäute aufgenommen werden und zum Tod führen“, sagt Julian Hauschild, ehrenamtlicher Beauftragter unserer LBV-Kreisgruppe Coburg für Naturschutzkriminalität.

Die verendeten Vögel wurden zur  Untersuchung ans Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit nach Erlangen eingeschickt und von dort aus zur toxikologischen Analyse an die LMU weitergeleitet. Ergebnis: Der Verdacht, dass die streng geschützten Wildvögel über die vergifteten Köderhennen mit dem in der EU seit 2001 verbotenen Nervengift E605 umgebracht wurden, hat sich bestätigt.

Die Ermittlungen der Polizei dauern an. „Meine Einschätzung ist, dass ein Hühnerhalter aus der Region mit den präparierten Hennen einen Fuchs loswerden wollte“, so mutmaßt Frank Reißenweber. „Aber unter welchen Umständen die Straftat auch verübt wurde: Dieser Fall zeigt eindrücklich, welche Auswirkungen einzelne vergiftete Tiere haben können. In der Natur wird Aas von vielen Tieren weiter verwertet. Das Gift kann so über die Nahrungskette weiteren Tieren schaden“, sagt Frank Reißenweber. Ganz in der Nähe, wo die toten Rohrweihen gefunden wurden, gab es 2020 einen – glücklicherweise erfolglosen – Giftanschlag ebenfalls mit dem verbotenen Gift E605 auf den dortigen Biber. Auch damals war kein Täter zu ermitteln.

Die Aufklärung solcher illegaler Wildtiertötungen ist schwierig, deshalb die Bitte an Spaziergänger, die im betroffenen Raum oder andernorts einen toten Wildvogel oder Köder an Wegen, auf einer Wiese oder im Feld finden, dies der Coburger Polizei unter 09561 6450 und GLUS  https://www.tatort-natur.de/ zu melden“.


 
 
zurück zur Übersicht
 

 

Aktuelles Heft

Inhalt Bestellung
Online im aktuellen Heft bl�ttern

vögel auf facebook und twitter


Vögel - Der Online-SHOP


Bild des Monats

 

   © 2022 dwj Verlags-GmbH    Impressum   Datenschutz   Verlag   |   Produktion: www.querformat.info