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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Ein Ring am Vogel kann Gold wert sein
23.09.2008

Das Beringen von Vögeln gehört für heutige Vogelkundler wohl zum Selbstverständlichsten, was es gibt. Doch es gab auch eine Zeit, in der die Menschen über das Zugverhalten der „Luftbewohner“ nur rätseln und Mythen darum weben konnten. Eine Arbeit am Max-Planck-Institut für Ornithologie hat die herausragenden Kenntnisse zusammengefasst, die das Beringen uns gebracht hat.

Zuletzt war es das Virus H5N1, das den Wert von Ringen oder gar Sendern an Zugvögeln allzu deutlich herausstellte. Denn nur dank der wissenschaftlichen Beobachtung der Tiere über die individuelle Markierung war es möglich, zu zeigen, dass die Vögel nicht den gleichen Zugweg hatten, über den sich der Erreger nach Europa geschlichen hatte. Sie waren damit frei vom Verdacht, die Hauptüberträger der sogenannten Vogelgrippe zu sein. Das ist eins der Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit am Max Planck-Institut für Ornithologie zur Vogelberingung.

Im Verlauf des 20. Jahrhundert wurden schätzungsweise 115 Millionen Vögel allein über die Beringungszentralen markiert. Neben so brisanten Ergebnissen wie jenen zur Vogelgrippe kamen dadurch auch sehr individuelle Dinge ans Tageslicht. Beispielsweise wurde ein weiblicher Weißstorch 1977 als Nestling beringt und konnte danach bis ins Jahr 2004 regelmäßig als Brutvogel in Mittelfranken beobachtet werden, er erreichte also ein Mindestalter von 27 Jahren! Am 27. Juni 2003 wurde eine Flussseeschwalbe als Küken in Zentralschweden beringt und im

Dezember desselben Jahres in über 17.000 km Entfernung in Neuseeland tot aufgefunden – das war absoluter Streckenrekord.

Weniger persönlich sind die unterschiedlichen Zugstrategien, die durch das Beringen entdeckt wurden. Heute ist bekannt: Populationen derselben Vogelarten und sogar verschiedene Geschlechter oder Altersgruppen innerhalb derselben Populationen können deutlich unterschiedliche Zugstrategien verfolgen, das Zugverhalten innerhalb eines Vogellebens und über die Generationen hinweg kann sich verändern und, zwar, natürlich, nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels: Eine Analyse der seit über 100 Jahren in Deutschland gesammelten Beringungsdaten ergab bei einem Drittel der 30 untersuchten, ziehenden Brutvogelarten eine Reduktion der Zugaktivität. Eine derzeit laufende Analyse zeigt, dass diese Reduktion von Wanderentfernungen auch bei nur kurze Strecken wandernden Arten gefunden werden kann.

Übrigens: Ein Großteil der Beringung wurde und wird über Ehrenamtliche geleistet – diese sind in Beringungsstationen also stets gesucht. Kontakt Radolfzell: fiedler@orn.mpg.de

 
 
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