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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Waldweber-Weibchen: Emanzipation dank Effizienz
30.09.2008

Wenn die männlichen und die weiblichen Tiere einer Art ein identisches Verhalten zeigen, könnte man meinen, dass auch ihre betreffenden Gehirnstrukturen identisch aussähen. Aber weit gefehlt: Beim afrikanischen Waldweber zeigen die Weibchen die gleiche Gesangsleistung wie die Männchen –benötigen dafür aber deutlich weniger Hirn.

Der afrikanische Waldweber ist eine besondere Vogelart. Während sonst bei Singvögeln zur Paarungszeit meist nur das Männchen singt, um ein Revier zu verteidigen und/oder Weibchen anzulocken, stimmen bei den Waldwebern die Weibchen mit ein. Sie singen das selbe Lied im Duett mit ihren Partnern, auf gleicher Frequenz, mit gleicher Repertoiregröße und Repertoirezusammensetzung. Bis zu einer halben Minute am Stück musizieren die Pärchen gemeinsam.

Forscher um Manfred Gahr vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen wollten nun wissen, ob mit dem identischen Verhalten einhergehend auch die Gehirnstrukturen der beiden Geschlechter sich gleichen. Normalerweise ist die Gehirnpartie, die den Gesang steuert, beim Männchen nämlich größer als beim Weibchen. Das ist sie überraschenderweise auch bei den Waldwebern, obwohl hier doch die Weibchen die gleiche Leistung zeigen wie die Männchen. Es kam jedoch heraus, dass die betreffenden Nervenzellen der Weibchen mehr Proteine produzieren, die für die Informationsübertragung zwischen den Neuronen zuständig sind, als jene der Männchen. Will heißen: Die Weibchen brauchen für das gleiche Lied weniger Grips, weil ihr Hirn effizienter arbeitet.

Für die Wissenschaftler ist dieses Ergebnis auch ein Hinweis darauf, dass geschlechtsspezifische Hirnstrukturen nicht zwingend ein unterschiedliches Verhalten nach sich ziehen, sondern nur ein Hinweis auf andere Mechanismen zur Verhaltenskontrolle sind. (Foto: MPI)

 
 
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